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Medien und Sonstiges

Dorothee Mecklenfeld

Spürend leben lernen

Somatische Wege für die Körper-Seele

ISBN:  978-3808003954
Verlag: Modernes Lernen (1997)
Preis: 21,50 €

 

Somatisch bedeutet, was sich auf den Körper bezieht oder körperliche-psychische Faktoren, die zusammen wirken. Das Buch ist in 11 Kapitel gegliedert, in einigen Kapiteln sind Übungen aufgeführt. Die Autorin gibt einen Einblick in ihre 20-jährigen Erfahrungen mit somatischen Lebens- und Lernmöglichkeiten, beschreibt Prozesse und Methoden. Sie zeigt innere Haltungen und Annäherungsweisen. Ausgetretene Pfade sollen verlassen werden – sie gibt Anregungen statt neuer Festlegungen, zieht Schlussfolgerungen für die professionelle bewegungspädagogische Arbeit mit Menschen aller Altersgruppen (auch Kinder) und zeigt Auswirkungen auf private – soziale Systeme.

Die Autorin fragt sich seit ihrer Jugend: „Warum lernen wir nicht mehr mit dem eigenen Körper?“ Seit dieser Zeit hat sie sich als Heilpädagogin, Feldenkraislehrerin und Gestalttherapeutin (Therapie, um selbst neue Wege zu finden) ausbilden lassen. Außerdem hat sie langjährige Erfahrungen mit Yoga und Ayurveda (direkt in Indien). Frau Mecklenfeld ließ sich auch inspirieren von Elsa Gindler, Graf von Dürckheim, Heinrich Jacoby, Emma Pikler und Bonnie Bainbridge Cohen. Ihr gemeinsames Anliegen war und ist es, Menschen dabei zu begleiten, dass sie letztlich Eigenverantwortung übernehmen können.

Es geht darum, was spüre ich jedesmal, wenn ich das und das mache. Ich nehme mir Zeit zum „verdauen“ von sinnlichen Erfahrungen und verinnerliche sie. Außerdem werden hiermit die Nervenbahnen angesprochen, neue Verknüpfungen entstehen im Gehirn. Nicht nach dem Motto: „Ja-ich weiß-schon.“  Die Feldenkrais-Übungen gehen in diese Richtung, d.h. wenn ich z.B. langsam das rechte Bein anhebe, spüre ich genau in diese Bewegung. Es geht am Sinn vorbei, diese Übungen einfach als Gymnastik durchzuführen, weil dann das Spüren total in den Hintergrund gerät. Worte können bei somatischen Erfahrungen auch nicht so ausdrucksstark sein oder alles wiedergeben, weil man vielleicht nicht alles damit beschreiben kann.  Dann gibt es auch Menschen mit chronischen Rückenschmerzen, bestimmten Formen von Tinnitus, Sehschwierigkeiten oder mit HWS-Syndrom. Sie bekommen oftmals die Aussage von Ärzten: „Damit müssen Sie leben“. Aber auch durch so eine Aussage kann ich mich von außen festlegen lassen. Ich bin selbst für mich verantwortlich.  Durch das Spüren in den Körper werden oftmals Zusammenhänge gezeigt, wie z.B. der Zustand der Füße das Hüftgelenk beeinflussen kann.

Ich, mit ADS-Diagnose, habe schon als Kind, wenn wir einkaufen waren, einige Dinge kurz berühren müssen. Das hat sich bis heute, sehr zur Belustigung meiner Kinder, erhalten. Man kann natürlich mutmaßen, warum das so ist. Ich ließ das noch nicht therapeutisch abklären … Zum anderen bemerkte ich durch das Lesen dieses Buches, dass ich mich doch sehr von meinem Körper entfernt habe. Ich weiß zwar, ich sitze z.B., aber welche Körperteile sind dabei betroffen? Er ist zwar da, aber im Prinzip funktioniert er nur. Ich habe keinen richtigen Zugang, obwohl ich ihn nicht ablehne. In der Jugend gab es sehr unangenehme Erlebnisse, und ich denke, dort begann es, dass ich den Körper immer mehr „zurück ließ“.  Ich hätte mich am liebsten unsichtbar gemacht.  Zum anderen weiß ich auch, dass ADS`ler eine oberflächliche Wahrnehmung haben, wo das Spüren wahrscheinlich zu kurz kommt und vielleicht auch keinen Stellenwert hat. Aber der Körper gehört nun mal zu uns. Und er wird oft erst beachtet, wenn er durch eine Krankheit nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert.

Das Buch ist verständlich geschrieben und lässt sich gut lesen. Außerdem ist es ja nicht sehr dick. Es beinhaltet auch autobiographische Elemente. Ich habe auch schon gute Erlebnisse allein dadurch, dass ich wirklich mitbekomme, wie schön glatt sich ein Türgriff anfasst. Oder wenn ich bewusst (langsam und nicht ADS-mäßig immer schnell) eine Schranktür öffne. Ich denke, es geht in dem Buch um eine neue Denkweise, wozu man nicht unbedingt einen Therapeuten benötigt.

Elke Klug

neue AKZENTE Nr. 98, 2/2014

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