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Für Eltern, Pädagogen und Therapeuten

Kai G. Kahl et al.

Praxishandbuch ADHS

Diagnostik und Therapie für alle Altersstufen

ISBN: 978- 3131430229

Verlag: Thieme, 2. Auflage 2011

Preis: € 39,99

 

Es handelt sich um ein sehr übersichtliches und gut gegliedertes Buch, das ADHS über die gesamte Lebensspanne beschreibt und das ausführlich auf die Krankheitsentstehung, Auswirkungen und Therapiemöglichkeiten eingeht.

Dabei gelingt es den Autoren zum einen auch für Laien sehr verständlich zu bleiben, zum anderen aber auch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse profund aufzuarbeiten und auch dem professionellen Leser einen tiefen Einblick in das Krankheitsbild der ADHS zu geben, mit der daraus resultierenden Problematik für Betroffene und Angehörige.

Außerordentlich hilfreich für den Leser ist die klare Strukturierung mit einer guten Zusammenfassung, die im Text blau unterlegt ist. Die konsequente Gliederung nach Lebensalter erlaubt, auch nur Teilaspekte des Buches zu lesen, ohne dass dabei Abschnitte nicht verständlich sind. Im Übrigen ist trotz dieses Aufbaus wenig Redundanz beim Lesen des gesamten Buches erkennbar.

Sehr übersichtlich sind in Tabellen z. B. Tests, Elterntraining, komplementäre Therapien und Medikation aufgearbeitet.

Prägnant sind die Krankheitsbilder dargestellt, bei denen ADHS häufiger vorkommt, ohne dass bisher die Ursachen genau erforscht werden konnten: wie kindliche Epilepsie (hier besonders Absencen), fragiles X- Syndrom, Neurofibromatose, fetales Alkoholsyndrom, Frühgeburten und Deletion 22q11. Bei diesen Krankheitsbilder n treten ADHS-Symptome auf, obwohl diese Erkrankungen ganz andere Krankheitsentstehungsmechanismen haben.

Es ist nicht von einem eindimensionalen neuropsychologischen Störungsbild auszugehen. Das Gemeinsame ist, dass sich ADHS-Symptome besonders in Einschränkungen im Arbeitsgedächtnis und der Daueraufmerksamkeit zeigen.

Leider ist das wichtige Thema „ ADHS und Autismus“ nur am Rande erwähnt, obwohl es immer deutlicher wird, dass diese Kombination eine besondere therapeutische Herausforderung darstellt und viel häufiger ist als bisher angenommen.

Die dargestellten Therapiemaßnahmen orientieren sich an den Leitlinien und darüber hinaus werden hilfreiche Strategien für Betroffene aufgezeigt, die sie im Alltag berücksichtigen sollten.

Die Bewertung alternativer Behandlungsmethoden hilft dem Leser sich ein Bild über evidenzbasierte Medizin zu machen.

Hilfreich ist auch das Kapitel „ Sozialtherapeutische Maßnahmen“ wie die Möglichkeit der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises sowie der Hinweis auf § 35 a SGB VIII, der einen Anspruch auf Wiedereingliederungshilfe vorsieht, wenn die seelische Gesundheit der von ADHS-Betroffenen mehr als sechs Monate von dem des für das Lebensalter typischen abweicht, und so die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist; ebenso der Hinweis, wo diese Wiedereingliederungshilfe bei Kindern bzw. bei Erwachsenen beantragt werden kann.

Wertvoll für den Leser ist auch die Liste Troubleshooter , wo er eine Übersicht erhält, wie er mit ADHS-Notfall-Themen wie Polizeikontakten, Schule schwänzen, Suizidalität etc. umgehen kann und welche Hilfen noch zusätzlich eingeschaltet werden müssen.

Dr. Astrid Neuy-Bartmann

neue AKZENTE Nr. 97 / 2014

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