Für Eltern, Pädagogen und Therapeuten

Barbara Fries

Aus Alexanders Leben

ISBN: 978-3-944571-98-0
Verlag: Salonlöwe Verlag (2016)
Preis: 12,00 € Taschenbuch

„Dieses Buch ist ein Appell an Eltern, sich vor, hinter und neben ihr Kind zu stellen! Es zu beschützen und verteidigen und ihm vor allem Liebe und Halt zu geben.“ (aus dem Klappentext)

Die unter Pseudonym schreibende Autorin berichtet in diesem Buch über ihren hochbegabten und von ADHS betroffenen Sohn. Eine sehr bewegende Lebensgeschichte. Sie ist alleinerziehende Mutter, voll berufstätig und versucht, so gut sie es kann, ihren Sohn zu stützen. Alexander zeigt sämtliche Seiten eines hyperaktiven ADHS; seine Hochbegabung macht ihn noch mehr zum Außenseiter. An sich selbst und an seiner Umwelt beinahe zerbrechend, fordert er von seiner Mutter Kraft, Ermutigung und Liebe oft im Übermaß.

Ich bewundere die Autorin. Sie hat sich wirklich vor, hinter und neben ihr Kind gestellt. Viele Eltern, ob als Paar oder Alleinerziehende setzen sich in dieser Weise für ihre Kinder ein. Doch einen besonderen Appell in Gestalt dieses Buches braucht es eigentlich nicht. Die Lebensgeschichte Alexanders trägt (leider) typische Züge – und darin mag das Buch hilfreich für all diejenigen sein, die daran erkennen, dass sie nicht alleine stehen in ihrer Lebenssituation. Insofern hält „Aus Alexanders Leben“ für die Selbsthilfegruppenarbeit Beispiele bereit. Doch ich glaube nicht, dass die Autorin das Buch mit diesem Ziel geschrieben hat.

Ich muss gestehen, dass mir das Ziel nicht klar geworden ist. Obendrein fiel die Autorin in einen für meinen Geschmack larmoyanten Stil, der mir das Lesen nicht leicht machte. Das Schlusswort am Ende des Buchs empfand ich zu vollmundig und der Reflexion bedürftig:  „Aus meiner Sicht gibt es keine Krankheit, die sich mit ADS/ADHS bezeichnen lässt. Dies alles ist entsprungen aus dem krankhaften Denken der Menschen für alles und jedes einen Namen besitzen zu müssen. Individualität kann man schwerlich messen.“ (S. 88)  Von diesem krankhaften Denken der Menschen scheint sich die Autorin aber beeindrucken zu lassen, denn sonst hätte sie kein Pseudonym verwendet.

Zusammenfassend: Auf dem Hintergrund der Eltern-Selbsthilfearbeit kann dieses Buch Beispiele und Impulse geben. Aber es fehlt ihm darüber hinaus  Ziel und Reflexion.

Uwe Metz

aus neue AKZENTE 107, 2/2017

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