Allgemein

F. Häßler, 2008

Das ADHS Kaleidoskop

State of the Art und bisher nicht beachtete Aspekte von hoher Relevanz

ISBN: 978-3939069669

Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Preis: 29,95 €

Das Fachbuch wurde von namhaften Autoren verfasst, die profunde Kenntnisse in der Diagnostik und Behandlung der ADHS haben. Jeweils einzelne Autoren widmen sich einer speziellen ADHS-Problematik, die sie ausführlich und auf dem neusten Stand der Forschung beleuchten. Neben den bisher schon häufig publizierten Themen finden sich jedoch auch zahlreiche neue Aspekte aus dem Spektrum der ADHS, die bisher zu wenig Beachtung gefunden haben. ADHS und Bindung von Ulrike Schulze umreißt die Entstehung der Bindungsstörung und das Zusammenspiel bzw. mögliche Symptomüberschneidungen. Viel zu wenig wurde bisher auch beachtet, in wie weit unterschiedliche Symptome sich gegenseitig negativ verstärken und so zu einer Potenzierung der Störungen beitragen. Ein sehr interessanter Artikel ist der von Hellmuth Braun-Scharm, der sich mit ADHS und bipolarer Störung im Kindesalter beschäftigt. Zu Recht weist er auf die, für uns Europäer unglaublich hohen Raten an diagnostizierten bipolaren Störungen im Kindesalter in den USA hin. Er stellt hier die Frage, ob ADHS und bipolare Störungen Extreme eines dimensionalen Schwerespektrums darstellen, das in leichteren Fällen ADHS und in schwereren Fällen bipolare Störungen heißt. Die Diskussion wird hier weiter geführt werden müssen.

ADHS und Epilepsie von Christine Ettrich beleuchtet das Zusammentreffen zweier häufiger Erkrankungen mit hoher Relevanz. Auch hier zeigen sich Überlappungen, gegenseitige Verstärkungen und unklare nosologisch noch nicht abschließend einzuordnende Krankheitsbilder. Hilfreich ist das große Kapitel vom Herausgeber selbst, in dem er die Datenlage der medikamentösen Therapien bei ADHS recherchiert. Sehr übersichtlich ist die Tabelle mit den aktuellen aufgelisteten Medikamenten und entsprechender Empfehlung oder kritischer Bewertung.

Insgesamt handelt es sich um ein interessantes Fachbuch, das dem Leser, der sich bereits auf dem Gebiet der ADHS fortgebildet hat, neue Aspekte und Forschungsergebnisse vermittelt.

Für Nichtfachleute ist das Buch, auch aufgrund des verwendeten medizinischen Fachvokabulars sowie des vorausgesetzten Wissens über ADHS, nicht zu empfehlen.

Dr. Astrid Neuy-Bartmann

neue Akzente | Nr. 82 | 2/2009

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