Für Eltern und Erzieher

Spielen fürs Leben

So begleiten Sie mit fachkundiger Anleitung die Entwicklung Ihres Kindes

Gunhild Kilian-Kornell, Heike Kovács, Claudia Blum

Schmidt-Römhild, 2004

ISBN-10: 3795070023

ISBN-13: 978-3795070021

Preis: € 9,80

Fördern bedeutet, die Interessen des Kindes zu unterstützen. Fordern bedeutet, dem Kind altersentsprechende Aufgaben zu stellen und ihm dann Leistungen abzuverlangen. Überfordern bedeutet, von einem Kind Leistungen zu erwarten, die es aufgrund seines Alters und Entwicklungsstandes nicht erbringen kann.

Diese Quintessenz kann man aus dem Buch von Dr. med. Gunhild Kilian-Kornell, Dr. med. Heike Kovács und der Diplomergotherapeutin Claudia Blum ziehen. Es beschreibt in subtiler Weise, wie ein Kind schon vom ersten Lebensmonat an in seinem Lernen begleitet werden kann.

Das Buch richtet sich deshalb in erster Linie an Eltern und erklärt ihnen, warum Spielen so wichtig ist und was ein Kind im Laufe seiner ersten sechs Lebensjahre durch Spielen erlenrt und wie es über die Wahrnehmungsentwicklung, die emotionale, soziale und schließlich die kognitive Kompetenz ins Schulalter hineinwächst.

Es werden dann für alle Entwicklungsstufen Spiele angeboten. Und da das Spielzeugangebot heute so verführerisch groß ist, kann das Buch bei der Auswahl helfen ohne dass man gleich zu tief in die Tasche greifen muss.

Viele, ganz viele Spielmöglichkeiten ergeben sich im täglichen Leben so nebenher, das häusliche Umfeld ist die ideale »Spielwiese« - vom Trommeln mit dem Kochlöffel auf die leere Waschmitteltonne bis zum spielerischen Helfen beim Backen in der Küche.

Nun kann auch die falsche Spielauswahl ein Kind überfordern, für ADHD-Kinder gilt das besonders. Hier sollten Eltern, die um die altersverschobene Entwicklung ihrer Kinder wissen, speziell bei den Spielen zur Stärkung der sozialen Kompetenz des Kindes das richtige Augenmaß haben.

Doch auch diesmal erhebt sich wieder einmal die Kardinalfrage: Wem dient dieses Buch?

Für eine kleine Bevölkerungsschicht versteht es sich von selbst, was dort so schön beschrieben wird. Diese Leute brauchen das Buch nicht. Der andere, sehr große Teil, braucht es allerdings umso dringender. Ein Blick in unsere Grundschulen – nicht nur in die sogenannten Brennpunktschulen – genügt um festzustellen, was viele Kinder heute beim Schuleintritt alles nicht mehr können: z. B. Auf einem Bein hüpfen, rückwärts gehen, balancieren, Purzelbäume schlagen – und sie können nicht mehr singen.

Alles, was da vonnöten ist und diesen Kindern helfen könnte, bietet das Buch in hervorragender Weise, aber dazu gehören Eltern, die fähig und willens sind, das auch umzusetzen.

Es hilft nichts. Elternschulen müssen her! Diese könnten von Familienbildungsstätten, Volkshochschulen, von Kindergärten o. a. eingerichtet werden und müssen nicht teuer sein. Und dafür wäre dieses Buch schon Programm, aber ohne „erzogene“ Eltern geht nichts, gar nichts.

Margarete Gatzen

aus die AKZENTE Nr. 63

 

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