Für Eltern und Erzieher

Karin Schleider

ADHS – Wissen, was stimmt

ISBN 978-3451060168
Herder Verlag, Freiburg
Preis: 8,95 Euro

Das Buch der Autorin erscheint in der empfehlenswerten Reihe „Wissen, was stimmt“, die der Herder Verlag, Freiburg herausgibt. Es ist eine Sammlung prägnanter Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zu ADS bei Kindern und Jugendlichen. Dr. Schleider lehrt neben ihrer Tätigkeit als Psychologin an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg.

Das Buch verfügt über sechs Kapitel, die von der Definition über Hilfe und Therapie bis zu Prognose und Entwicklung in Hinsicht auf ADHS umfassen. Jedes einzelne Kapitel ist untergliedert durch Überschriften, die in der Öffentlichkeit gängige Behauptungen zu ADHS wiedergeben. Z. B. „ADHS-Kinder müssen nur strenger erzogen werden“ (S. 91ff) oder „Die Pharmaindustrie macht unsere Kinder abhängig“ (S. 82 ff). Die Ausführungen ihrerseits sind durch Stichpunkte am Rand gegliedert. Zentrale Aussagen bzw. Zusammenfassungen einzelner Abschnitte sind farbig unterlegt. Beides, die straffe Struktur und die Wiedergabe von plakativen Aussagen zu ADHS ermöglichen es dem Leser, sofort Zugang zu bekommen.

Auf zwei kleine Einschränkungen möchte ich hinweisen: Im Anhang fehlten mir die Quellenangaben. Die Autorin verweist etwa auf Studien und Untersuchungen, die aber nicht aufgeführt werden. Ferner beschäftigt sich das Buch nur mit ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Nur eingeschränkt wird auf das Phänomen der Erwachsenen-ADHS eingegangen. Hier sei aber auf das ebenfalls informative und gut lesbare Buch von Sabine Bernau, Alles über ADS bei Erwachsenen (Herder Verlag, Freiburg 2003) verwiesen.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist ausgezeichnet für Eltern, Erzieher, Therapeuten und Pädagogen geeignet, die sich in das Thema einlesen wollen. Die sachlichen, präzisen Erklärungen verschaffen einem in kürzester Zeit einen differenzierten Einblick in ADHS. Ihnen sei der Titel sehr ans Herz gelegt. Mir persönlich gut gefallen haben die Ausführungen über die „Indigokinder“ (S. 48ff), einer esoterischen Deutung des Syndroms. Diese ohne den entsprechenden Hintergrund eher befremdlich wirkende Vorstellung zeigt allzumal, wie schillernd ADHS ist und zu wie viel Auseinandersetzung es anstößt.

Uwe Metz
neue AKZENTE 83 / 2009

 

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