Verband

Symposium - Mitgliederversammlung - Gruppenleiterfortbildung

am 12./13. April 2008 in Friedrichsdorf/Ts.

Der neue Bundesvorstand

Zahlreiche von weit her angereiste Besucher wurden am Freitag Abend in Köppern/Friedrichsdorf mit Regen empfangen, - kein schlechtes Omen; denn Organisation, Ablauf und Ergebnis unserer Tagung waren sehr erfreulich und optimal gelungen! Vorab ein Dank an alle für Arbeit, Einsatz, Empathie und gute Laune! Auf diese Weise zeigte ADHS - höchst sympathisch - nur positive Effekte!

Der Vorstand des ADHS Deutschland traf sich zu einer Vorstandssitzung und tagte bis Mitternacht.

Dr. Neuy-Bartmann (Aschaffenburg)Das Symposium am Samstag lockte mit hochkarätigen Referenten und war dem gut besucht. Frau Dr. Neuy-Bartmann (Aschaffenburg) sprach zum Thema ADHS im Erwachsenenalter, einem häufig unerkannten und unterschätzten Krankheitsbild. Ein Schmunzeln ging durch die Reihen der Besucher, als Dr. Neuy-Bartmann ihr Diagnostikschema erläutert. Eine ihrer Fragen an Patienten lautet z.B.: "Wie fahren Sie Auto und wie fühlt sich ihr Partner dabei?" Hier erhält sie oft ganz typische Antworten, die zeigen, dass es für die von innerer Unruhe getriebenen Menschen mit ADHS nie schnell genug gehen kann und dass sie sich bei Tempo 200 entspannt fühlen, ganz im Gegensatz zu ihren Beifahrern. Auch der äußere Zustand der Schulzeugnisse, die ihre Patienten vorlegen, sei aussagekräftig, nicht nur deren Inhalt.Ergänzt wurde der Vortrag durch einige Kurzfilme zum HB-Männchen, das in typischer ADHS-Manier agiert. Mittlerweile weiß man, dass Nikotin ein Dopamin-Wiederaufnahmehemmer ist, der ähnliche Wirkung wie Methylphenidat hat. Der wissenschaftliche Nachweis dazu wurde von Frau Dr. Krause geführt . Es ist interessant, dass diese Form der Selbstmedikation schon in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts so treffend beobachtet wurde, -zu einer Zeit, als es die Diagnose ADHS noch gar nicht gab.

Am Rednerpodium folgte Prof. Lauth mit einem Vortrag über Diagnostik und Training bei Erwachsenen mit ADHS . Es ist zunächst großes Augenmerk auf die Motivation und das Durchhaltevermögen der Betroffenen zu legen, bevor die eigentliche Arbeit beginnen kann. In sogenannten Tandems motivieren sich die Betroffenen gegenseitig und lernen voneinander. Zu Beginn, während und am Ende des Trainings, werden Daten erhoben, um den Erfolg zu dokumentieren. Prof. Lauth berichtete, dass die Patienten schon bei der dritten Sitzung einen entspannteren und gelösteren Eindruck machen. als beim ersten Treffen. Auch zu diesem Vortrag werden im Mitgliedernetz zur Verfügung gestellt.

Da sich bis zur Mittagspause auch die Sonne herausgewagt hatte, sah man draußen nicht nur die Raucher an der frischen Luft. Mit einem Vortrag über Kommunikations- und Selbstwert-Training für Heranwachsende mit ADHS, den Frau Neuhaus hielt, ging es weiter. Gespickt mit lustigen Karikaturen legte sie in rasantem Tempo ihre Folien auf und bewies wieder einmal, dass mit Humor vieles leichter zu bewältigen ist. Nach der Kaffeepause zeigte Dr. Müller-Monning mit Blick auf ADHS und Straffälligkeit den Zusammenhang von Aufmerksamkeitsstörungen und dissozialem Verhalten auf.

Am Nachmittag folgte die Mitgliederversammlung des ADHS Deutschland e.V.. Nach den üblichen Regularien wie Feststellung der -, Beschlussfähigkeit, Tagesordnung usw. - , berichteten Schatzmeisterin und Kassenprüfer. Die Schatzmeisterin, Frau Seegers einstimmig entlastet. Aus dem Tätigkeitsbericht hier einige Stichworte:

  • eine Bundesgeschäftsstelle und eine weitere angegliederte Geschäftsstelle mit insgesamt 5 Mitarbeiterinnen (Teilzeitkräfte)
  • Telefonberatungsnetz mit 34 professionell geschulten ehrenamtlichen Mitarbeitenden,
  • 295 Selbsthilfegruppen und Kontaktpersonen,
  • Vereinszeitschrift "neue AKZENTE" mit drei Ausgaben pro Jahr in einer Auflage von 4000 Exemplaren,
  • unser Verlagsprogramm/Büchershop,
  • 133003 Besucher auf unseren Webseiten im vergangenen Jahr 2007

Dr. Myriam Menter (Bundesvorsitzende)Neuwahlen standen an, und die 12 in der „neue AKZENTE“ bereits vorgestellten Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich zur Wahl. Es wurde schriftlich gewählt. Während der Auszählung berichtete Frau Dr. Menter von weiteren Highlights in den vergangenen und kommenden Monaten. Zur Gruppenleiterfortbildung in Hirschaid am 18./19. Oktober 2008 in Hirschaid gelang es, Frau Sari Solden, Autorin der "Chaosprinzessin" zur Teilname zu gewinnen.
Ferner findet im Herbst in Hannover ein großes Symposium statt, das gemeinsam mit der Tourette-Gesellschaft, der Gesellschaft für Zwangserkrankungen und der Medizinischen Hochschule Hannover veranstaltet wird.
Geplant ist auch die Entwicklung von Coaching- und Therapiemodulen für Erwachsene. Die Projektleiterinnen, Dr. Astrid Neuy-Bartmann und Karin Knudsen werden hierzu bis zum Jahresende erste Ergebnisse präsentieren.
In Brüssel wurde am vergangenen Wochenende die ADHD Europe gegründet, Vorsitzende ist Frau Dr. Menter.

Die nächste Mitgliederversammlung wird am 25./26. April 2009 im Großraum Chemnitz stattfinden.

Es blieb Zeit für Fragen der Mitglieder. Brennendstes Thema der Anwesenden war die Kostenübernahme von Methylphenidat durch die Krankenkassen. Zur Zeit gibt es große Verwirrung bei allen Beteiligten; die Gesetzeslage ist noch unklar. Ebenfalls beklagt wurde, dass viele Ärzte, die sich mit ADHS auskennen, nur noch Privatpatienten behandeln. Dr. Skrodzki erläuterte, dass hier ein Zusammenhang mit neuen Abrechnungsmodalitäten besteht und dass die AG ADHS aktiv geworden ist, um zu erreichen, dass die Bezahlung der ärztlichen Leistung dem tatsächlichen Aufwand angepasst wird.

Die Auszählung der Wahlzettel, die naturgemäß etwas gedauert hatte, ergab keine Überraschung: alle Kandidatinnen und Kandidaten wurden mit großer Mehrheit gewählt und nahmen die Wahl an.

Der neue Vorstand:

Dr. Myriam Menter - Vorsitzende
Karin Knudsen - 2. Vorsitzende
Karin Seegers - Schatzmeisterin
Hartmut Gartzke - Schriftführer
Detlev Boeing - Beisitzer (europäische Kontakte)
Hertha Bürschgens - Beisitzerin („neue AKZENTE“)
Dr. Astrid Neuy-Bartmann - Beisitzerin (Erwachsenen-ADHS)
Sabine Nicolei - Beisitzerin (Webredaktion)
Carl Schell - Beisitzer (Regionalgruppen)
Dr. Klaus Skrodzki - Beisitzer (Kinder und Jugendliche mit ADHS)
Dr. Johannes Streif - Beisitzer (Öffentlichkeitsarbeit)
Reinhard Wissing - Beisitzer (juristische Angelegenheiten)

Am nächsten Morgen machten sich noch einige Teilnehmer auf den Weg zur Besichtigung der Saalburg, die Mehrzahl nahm teil an derFortbildung für Gruppenleiterinnen und –leiter. Der Vorstand traf sich zur konstituierenden Sitzung mit dem wissenschaftlichen Beirat, - in der sich eine lebendige und konstruktive Erörterung der aktuellen Themen entfachte, - ein durchaus positives Zeichen für die künftige Zusammenarbeit.

 

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